Traumatherapie

In der Traumatherapie werden aktuelle und alte seelische Verletzungen geklärt und aufgearbeitet. Es werden deren Zusammenhänge und Folgen geklärt, verschiedene Methoden angewandt, um sich zu stabilisieren, schlimme Bilder und Erlebnisse zu verarbeiten und hinter sich zu lassen.



 

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Über Seelische Traumatisierungen:

Bei der Behandlung von seelischen Verletzungen geht es in der Regel um zweierlei: Zum einen gibt es ein akutes Ereignis, das verletzend ist, zum anderen kann es passieren, dass eine aktuelle Verletzung auf einen seelischen Grund fällt, wo bereits frühere, ähnliche und unverarbeitete Verletzungen abgespeichert sind, sodass mit der aktuellen Verletzung ein altes, schmerzhaftes Muster reaktiviert wird.

Bei der Verarbeitung eines akuten Traumas, das nicht auf diesen vorverletzten Grund fällt,  ist in der Regel keine besondere Therapie notwendig, es reicht, sich die Verletzung bewusst zu machen und dann die Selbstheilungskräfte des Organismus zu aktivieren. Die Verletzung wird dann – je nach Schwere des Traumas – innerhalb von Stunden bis maximal einigen Wochen abklingen.

Fällt das akute Trauma jedoch auf eine vorbestehende unverarbeitete Verletzung, bricht diese mit dem akuten Trauma wieder auf und schmerzt nun umso mehr. In diesem Falle hilft es nicht wirklich, nur die akute Traumatisierung zu behandeln, sondern die therapeutische Arbeit zielt dann auch auf die darunterliegenden alten seelischen Verletzungen.

Seelische Verletzungen können durch größere Ereignisse entstehen, wie schwere Verlusterfahrungen oder Erlebnisse von Aggression und Gewalt. Aber auch sog. „Mikrotraumen“, vor allem wenn sie wiederholt auftreten, führen oft zu schweren seelischen Traumatisierungen, die oft noch wesentlich schwerer wiegen können als Traumatisierungen durch spektakuläre Ereignisse. Solche Mikrotraumatisierungen können z.B. entstehen, wenn man sich über Jahre übergangen, nicht wahrgenommen, ausgegrenzt oder gedemütigt fühlt.

Außerdem stoße ich immer wieder auch auf Traumatisierungen, die den Betroffenen nicht direkt selbst passiert sind, sondern den Eltern oder anderen Vorfahren widerfahren sind, sogenannte „Transgenerationale Trauma­ti­sie­rungen“.

Die Weitergabe dieser Traumatisierungen geschieht auf zwei Wegen: Zum einen werden traumatisierende Beziehungsmuster weitergegeben,  wie z.B. bei einem traumatisierenden Erziehungsstil (den die Eltern selbst erfahren haben), der vor allem auf Gehorsam und Bestrafungen aufbaut und nur wenig Liebe und Anerkennung gibt. Zum anderen werden durch die familiäre Nähe auf einer unbewussten emotionalen Ebene Gefühle weitergeben, wozu auch schwerste Traumatisierungen der Vorgeneration gehören – z.B. im Rahmen von Krieg, Flucht, Vertreibung. Wegen dieser unbewussten und meist auch unbeabsichtigten Weitergabe ist es so wichtig, durch ein Bewusstmachen und Verarbeiten diese Kette zu durchbrechen.

Die Mikrotraumatisierungen wie auch die transgenerationalen Traumatisierungen sind deshalb so schwerwiegend, weil die Traumatisierungen selbst nach außen so relativ unscheinbar wirken, oft irgendwie zur Kultur gehören und dabei  irgendwie alltäglich und „normal“ erscheinen, ihre seelischen Folgen (wie Selbstwertprobleme, Ängste, Depressionen, Beziehungsstörungen u.a.m.) zwar sehr spürbar sind, aber irgendwie unerklärbar scheinen.

 

Ablauf der Traumatherapie:

Neben der Diagnostik und Bestandsaufnahme ist es wichtig, noch vor Beginn der eigentlichen Traumaverarbeitung, den Zugang zu den Ressourcen zu stärken und eine Stabilisierung zu erreichen, wozu auch die aktuelle Lebenssituation gehört: Manchmal muss zunächst erst einmal eine traumatisierende Lebenssituation  bereinigt werden, z.B. muss zunächst eine Distanzierung aus einer gewaltvollen oder missbräuchlichen Beziehung erfolgen. Oft ist dies bereits schon ein großer Teil der Arbeit. Daneben werden Lebensgeschichte, Beziehungsgewohnheiten und persönliche Zusammenhänge reflektiert und die Auswirkungen des Traumas analysiert.

 

Die traumatherapeutischen ‘Techniken‘ teilen sich in zwei Gruppen auf: Zum einen gibt es Stabilisierungstechniken, die beim ungewollten Auftauchen traumatischer Erinnerungen angewandt werden und helfen, sich zu distanzieren und Kontrolle auszuüben über das Auftauchen der traumatischen Inhalte.

Zum anderen gibt es Techniken wie EMDR, Brainspotting, Sreen-Technik u.a., die vor allem der Klärung und Verarbeitung aktueller und alter Traumatisierungen dienen. Sie helfen dabei, durch die belastenden Bilder und Erinnerungen hindurch zu kommen, um nicht mehr darin stecken zu bleiben oder sich davon überwältigen zu lassen, sondern sie vorbeiziehen zu lassen. Diese Techniken werden bei Bedarf und auf Wunsch angewandt und eingeübt. Sie sind daher nur ein Teil der Traumatherapie.

 

In der Traumatherapie geht es daher immer um mehrere Prozesse, die miteinander verzahnt sind:

  • Sicherheit herstellen und bewahren, d.h. sich stabilisieren  üben
  • sich aus verletzenden und dysfunktionalen Beziehungen lösen
  • das aktuelle Trauma klären und verarbeiten
  • alte, damit zusammenhängende Traumatisierungen klären und verarbeiten
  • sich neu orientieren und einen eigenen Weg finden.

Kontakt und Termine

Psychologische Praxis

Dr. Marie-Elisabeth Krieg

Brauhausstieg 21
22041 Hamburg

 

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